Unterbau 

Thomas Riess, geboren 1970 in Tirol, lebt und arbeitet in Wien.

Seine Gemälde, seine Arbeiten mit Korrekturbandroller, seine Collagen und Filme erzählen Geschichten. Hauptakteure seiner Erzählungen sind die Zeit und der Raum.

In seinen in der Galerie Artemons Contemporary gezeigten Bildern erschafft er assoziative Narrative, er ermöglicht die Nachvollziehung seines künstlerischen Denkansatzes, konterkariert eine sinnvoll-chronologische Auseinandersetzung mit Veränderungsprozessen, lässt dabei aber den entsprechenden Raum für die geistige Weiterführung beim Betrachter.

Riess ist Sammler - ein Sammler von Bildern. Zahllose Abbildungen aus Zeitschriften und Prospekten, Zeitungen und alten Büchern finden sich in seinem Fundus. Sie sind Inspirationsquellen und Arbeitsmaterial, sowohl für seine malerischen als auch grafischen Werke. Immer wieder baut er dadurch Attribute des Täglichen ein - Vorgefundenes, das er, sobald es der Realität zu nahe kommt, wieder seines Inhaltes oder oft auch seiner Kenntlichkeit beraubt, um den Betrachter nicht in bereits tiefgetretene Pfade zu führen.

In seiner künstlerischen Analyse will er dabei „den Realitätsbezug in Frage stellen“, wie er selbst betont und dadurch unserer gewohnten Wirklichkeit, die von einer medial generierten Woge von Alltagsreizen beherrscht und gelenkt wird, durch seine visuellen Veränderungsprozesse entgegenwirken.

Ganz bewusst bricht er dabei gängige Betrachtungsmuster auf, indem er das Faktum mit der Fiktion paart, das Ereignis mit der Erinnerung, Absehbares mit Unabsehbarem oder, indem er mit bildlichen Metaphern und Raumanomalien spielt.