Artikel in Wienerzeitung zur Ausstellung Rudolf Leitner-Gründberg: 
„Über Gold und die Welt“ Rudolf Leitner-Gründberg bei Artemons Contemporary Wien

 

 

Wegen seiner Schönheit und Unzerstörbarkeit ist Gold weltweit und nahezu in allen Kulturen ein Symbol
der Sonne, der göttlichen Erleuchtung, der Reinheit, Unsterblichkeit und Weisheit.
Der „Midas touch“ Leitner Gründbergs bricht diese Transzendenz und die irdische Waagschale des
Habens. Er hinterfragt die Gegenpole dieses immateriellen und gleichzeitig zutiefst materiellen Lichts im
immerwährenden Spannungsbogen zwischen Ideal und Fluch. Das auf der Erde vorkommende Gold ist
bei dem Supernova-Kernkollaps unseres Sonnenvorgängers entstanden. Es ist aus dem Tod
hervorgegangen, und häufig aus dem Elend entrechteter Minenarbeiter, um in dieser Schönheit zu
erstrahlen, und trotzdem ist es letztlich unerreichbar, unbesitzbar - es wird uns immer überleben. Es ist
Abbild und Substanz, Material und Bewusstsein.
So wie Dr. Peter Zawrel im Katalog zur Ausstellung im Niederösterreichischen Landesmuseum/ Wien
schon 1995 anführt: „Die Zusammenschau der Ausstellung lässt erkennen, dass Gründberg von der
zeitgenössischen Kunstproduktion quasi philosophisch interpretierte und als oppositionell interpretierte
Stilrichtungen der Malerei (etwa den Gegensatz abstrakt-gegenständlich) im Sinne einer klassischen
Genustheorie – also die Behauptung einer dem Thema adäquaten Form – handhabt, und ebenso
verstandene medien- und gesellschaftsbezogene Positionierungsstrategien der Gegenwartskunst ( etwa
konzeptionelle Malerei, kontextuelle Malerei) als relationale Methoden verwendet, was als Entsprechung
zum concetto der klassischen Kunsttheorie verstanden werden könnte. Malerei ist Gründberg Methode –
lebensnotwendige Methode.“