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Ausstellung BORDERS Adel Dauood/Osama Zatar  25. Juni - 11. September 2016

Eröffnung:

Fr. 24. Juni 2016 um 19 Uhr

durch Dir. Mag. Carl Aigner
Künstl. Leiter des Landesmuseums Niederösterreich


Osama Zatar, 2008 bzw. 2015 mit eindrucksvollen Arbeiten in den Ausstellungen „Overlapping Voices“ im Museum Essl und „Schlawiener“ in Wien vertreten, arbeitet „bildhauerisch“ im Bereich der Objektkunst. Mit noch dramatischeren Kriegserfahrungen wie Dauood, verheiratet mit einer Israelin, ist der Krieg als Besetzung Palästinas mit all ihrem Gefängnischarakter (ständige Kontrollen, militärische Grenzen und Quasiinhaftiertsein) von Kindheit an prägend. „Mein persönlicher Kampf, um diese Grenzen niederzureißen und Palästina zu verlassen, hat mich dazu veranlasst, meine künstlerische Arbeit als Mittel der Kommunikation mit meiner Umgebung und als Sprachrohr gegen diese Mächte zu verwenden“, so der Künstler. Mit seinen eindrucksvollen Objekten wird jedoch nicht nur Krieg thematisiert, sondern viele jener Elemente, welche die Freiheit des Einzelnen minimalisieren oder gar eliminieren; ob Bürokratie oder physische Gewalt, immer arbeitet Zatar mit realen, alltäglichen Gegenständen, verschmilzt sie in oft dramatischer Weise mit dem menschlichen Körper oder bedient sich in Verbindung mit Alltagsobjekten symbolisierender Verfahren (Kreuzigung etwa). Wie überhaupt religiöse Aspekte gezwungener Weise höchst virulent in seinen Werken sind (so etwa mit der Skulptur eines Selbstmordattentäters). Dabei geht es auch um die Befragung okkzidentaler und orientaler Weltbilder und gegenseitiger Wahrnehmung. „Hatschi Bradschi“, der Kinderbuchklassiker von Franz Karl Ginzky von 1904 wird dabei ebenso ein Werktitel wie die aktuellen Ereignisse um den „Brexit“ (beide mixed media).  Immer wieder spielen Märchenerzählungen und ihre signifikanten Objekte eine konstitutive Rolle wie etwa der „Fliegende Teppich“ im Werk „Under the Carpet“ von 2016, ebenfalls mixed media. Seit spätestens dem „Fernöstlichen Diwan“  von Goethe entstehen Mythen des Eigenen und Fremden, die Europa geistes- und kulturgeschichtlich bis heute tangieren. Otmar Zatar versteht es in betroffen machender Weise, diese für seine künstlerischen Gegenwartsstatements immer wieder virulent zu machen und dabei aufzuzeigen, wie schnell etwas Positives in Zerstörerisches zu kippen vermag. Es sind Reflexionen über langjährige, reale Erfahrungen, Verdichtungen menschlicher Tragödien von zutiefst unmenschlichen Geschehnissen.

Dir. Mag. Carl Aigner


"Ich wurde 1980 im besetzten Palästina geboren. Grenzen, Militärkontrollpunkte und das Gefühl des Eingesperrtseins haben mich mein gesamtes Leben begleitet und wurden natürlich auch zum zentralen Thema meiner künstlerischen Tätigkeit.

 

Mein persönlicher Kampf gegen Grenzen hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Meine Ehe mit einer Israelin hat deutlich gezeigt, wie tief die Trennung zwischen Palästinensern und Israelis geht. Mein persönlicher Kampf, um diese Grenzen niederzureißen und Palästina zu verlassen, hat mich dazu veranlasst, meine künstlerische Arbeit als Mittel zur Kommunikation mit meiner Umgebung und als Sprachrohr gegen diese Mächte zu verwenden. Die Skulpturen für dieses Projekt haben ein Hauptthema: den Kampf des Einzelnen im Bemühen, seine Umwelt zu verändern. Ich habe mich dafür entschieden, in jeder Arbeit Objekte und Werkstoffe aus meiner eigenen Umgebung zu verwenden, um die Verbindung zu meiner Herkunft und meinen Wurzeln zu unterstreichen. Ich sehe meine Arbeiten als Reflexion meines Lebens. Manchmal als Reflexion meiner selbst, manchmal als Reflexion dessen, was ich als Unbeteiligter gesehen oder erlebt habe. Die Stellung des Individuums in seiner Heimat, seiner Kultur und Gesellschaft drückt sich aus im Kampf gegen Restriktionen persönlicher oder allgemeiner Natur." - Osama Zatar

Sponsor Dr. John Bunzl

 

 

Borders - Osama Zatar / Adel Dauood

 

 

 

 

 

 

Osama Zatar