Pool2

Larissa Leverenz entführt die Betrachterinnen und Betrachter in eine Welt von surrealer, fremder Schönheit. Besonders faszinierend ist die dabei verwendete Technik: Die Künstlerin malt und zeichnet, sie druckt und collagiert auf dünnen Holzplatten, die mit ihrer natürlichen Maserung und Struktur den Bildhintergrund ausmachen. Manchmal schnitzt sie in die Platten oder erweitert diese zu installativen Arbeiten im Raum – eine für uns außergewöhnliche, in dieser Form noch nie gesehene Bildsprache und ein geschicktes Verweben ganz unterschiedlicher künstlerische Techniken. Wie Leverenz ihr Figurenpersonal in die kaum verortbaren, multiperspektivi- schen Bildräume stellt, erinnert in der Dramaturgie an eine Bühneninszenierung. Die Künstlerin ist Spielleiterin und Regisseurin, doch es sind keine Geschichten, die sie zur Aufführung bringt, sondern nur Szenenbilder und Fragmente. Uns begegnen fliegende Menschen, die wagemutige akrobatische Stücke aufführen und dabei schon mal den Kopf verlieren, unheimliche Wesen und seltsame Objekte, rätselhafte Mauerkonstruktionen und sonderbare Apparaturen. Sie versuche in ihrer Kunst auf tragikomische Weise „eine Idee von Herkunft und Wesen unseres Selbst zu vermitteln“, sagt Leverenz. Aus sicherer Distanz, aber mit viel Empathie blickt sie auf ihre Prota- gonisten - präzise komponiert und doch von ungemeiner Leichtigkeit, ernsthaft und gleichzeitig von unwiderstehlichem Humor getragen.

Günther Oberhollenzer