2017

Drago J. Prelog / Alois Riedl 2. April - 30. Juli 2017
Retrospektive mit Schwerpunkt auf aktuelle Arbeiten 

Drago J. Prelog

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„Das Auffälligste an meiner Malerei ist die ausgeprägte Hinwendung zum Schriftzeichen.Die Beschäftigung mit der Schrift ist mein Hauptanliegen – egal ob es sich dabei um skripturale Arbeiten oder Umlaufbilder, die zu einem Zeichen geführt haben, handelt. Die Abwandlung dieser Arbeiten hat mich zu meinem eigenen Alphabet gebracht. Schrift ist mein Thema, meine Obsession. Ich kreise immer wieder um dieses Sujet, wandle es ab und finde immer wieder neue Formen.“ 

Drago J. Prelog

 

Alois Riedl

Alois Riedl OT 1986 90 x 100cm

Wahrscheinlich will auch Alois Riedl des Pudels Kern finden. Diese verkürzte Form des Wissensglücks. Und wahrscheinlich sieht auch er im gestalterischen Kondensat die Chance, dieser Suche einige Hoffnung auf Erfolg zu verleihen. Seit die Malerei den Boden der sichtbaren Wirklichkeit verlassen und sich der Verwirklichung von Ideen zugewandt hat, geht es darum, Extrakte zu finden. Verdichtungen von Wahrheit oder von Überzeugung, von Offenbarung, Erfahrung und Hoffnung, von Schmerz und Lust. Auch Alois Riedl extrahiert und verdichtet. Er sucht - wie all die Ernsthaften - die für ihn und jetzt gültige Ausformung. Sein aktueller Weg ist dabei ziemlich minimalistisch. In früheren Jahren gab es noch Anklänge an Tatsächliches. An Pölster, an Stühle, an optisch zuordenbare Wirklichkeiten; farblich zurückgenommen, binnenmalerisch, dem expressiven Gestus immer wieder Platz lassend. Irgendwie hatte das immer auch mit Suche zu tun, mit Ausprobieren und Anbieten. Was uns jetzt auf den Leinwänden und Kartons begegnet hat mit Finden zu tun. Mit Antworten, oder zumindest Angeboten von Antworten. Letztlich auch mit Erkenntnis. Herbert Boeckl hat davon gesprochen, dass Kunst das Ergebnis von Wandlung ist.Ob er damit auch auf die (fast priesterliche) Funktion des Künstlers als Schöpfer angespielt hat? Auf den, der die Schöpfung, „weiterspinnt“, der im Wortsinne am Konstrukt unserer Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt baut, der neue Welten schafft? 

Alois Riedl widmet sich dieser Aufgabe mit großer Entschiedenheit. Er arbeitet an einem eigenen Universum, das durch Klarheit in Form und Farbe errichtet scheint. Reduziert auf wenige Bauteile, die im Verhältnis zueinander, zum Bildganzen und zum Betrachter Auskunft geben über Spannung, Farbbedeutung, Räumlichkeit. Es sind Zeichen, Kürzel, Reduktionen, die auf den Bildplan des sichtbaren Seins schließen lassen. Und die - beieinigem Glück - auch Auskunft geben können über den inneren Zusammenhang. Den Kern eben.

Herbert Giese

2016 

- Wasteland 25. Sept. - 11. Dez. 2016 

Gerhard Kaiser, Leopold Kogler, Alois Mosbacher, Hubert Schmalix, Manfred Wakolbinger

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Leopold Kogler besitzt eine besonders ausgeprägte Affinität zur Natur. Wir sehen atmosphärisch sanfte Farbräume in Gelb, Rot und sattem Grün, Fernsichten in Blau mit tiefem Horizont – Bilder, die unweigerlich in uns Erinnerungen an Naturlandschaften auslösen (ein Sonnenuntergang, eine Wiese, ein Meer), gleichzeitig aber auch als abstrakte Malerei gelesen werden können. Die Werke sind in erster Linie von der Farbe und dem Malprozess her gedacht, Spuren des Malvorgangs sind auf der Leinwand sichtbar und lassen den figurativen Bildgegenstand hinter den Malakt zurücktreten. Doch man spürt in Koglers Bildern die Natur und ihre Farbschönheit, sie haben die Fähigkeit, uns gefühlsmäßig visuell-suggestiv zu ergreifen. Die Farbflächen erzeugen flirrende Licht- und Naturstimmungen, es entstehen lyrische Landschaftsimpressionen und -reflexionen, eine Verschränkung von Realem und Imaginären, gesehen mit dem äußern, aber auch mit dem inneren Auge. 

 

Huber Schmalix Waterfall 175 x 130cm l auf Leinwand 2015

Ein wilder Wasserfall, Bäume und eine kleine Hütte, wiedergegeben in kräftigen, klaren Farben: die Malerei stammt von Hubert Schmalix und ist Teil einer neuen Bilderserie mit idyllischen Naturlandschaften.

Der Künstler nähert ohne Scheu dem von der Moderne so tabuisierten Genre der Natur- und Landschaftsmalerei. Dabei transformiert er das emotional, historisch und symbolisch stark besetzte alpine Motiv in eine plakative, flächige Malerei, in der Realismus oder Pathos keinen Platz mehr finden. Schmalix hält uns Betrachter auf Distanz. Flächen und Umrisse wirken wie mit Schablonen gemalt, sie sind aber auch an kolorierte Holzschnitte angelehnt. Form und Kolorit erinnern an die poppig bunte Bildersprache von Illustrationen und Comics. Der Künstler kennt keine Berührungsängste und lässt die Grenzen zwischen Populärkultur und der sogenannten „hohen“ Kunst verschwimmen. 

 

Alois Mosbacher setzte sich schon immer intensiv mit Natur und Kunstgeschichte auseinander und stellt sie in einen emotionalen Bezug zum zeitgenössischen Leben. Mit malerischer Bravour und erzählerischem Reichtum entführt er uns unheimliche und skurrile, rätselhafte aber auch humorvolle Parallelwelten.

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Der Wald fasziniert Mosbacher besonders. Er wird Bühne für Außenseiter, Abenteurer und Ausgestoßene, ein Ort für Unbekanntes und Bedrohliches. „Mich fasziniert die Vorstellung, als impressionistischer Maler diese Orte aufzusuchen und diese unbedarfte Landschaft zu malen. Wo vorher möglicherweise ein Verbrechen geschehen ist. Und dieser Malerwinkel, diese schöne Position, dieses schöne Sujet, dieser Ort, wird plötzlich zum Tatort. Es geht nicht darum, dass da wirklich was passiert ist und was passiert ist, sondern allein darum, dass ein Ort anders definiert wird. Und dadurch auch innerhalb der Malerei anders definiert wird.“ 

 

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Treibender Motor für Manfred Wakolbinger ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Körper- und Sinneswahrnehmung. Sein selbstbewussten Skulpturen sind wie Zeichnungen im Raum, durch ihre dynamischen, organischen Formen, überwinden sie die Statik der Skulptur und strahlen, trotz der Schwere des Materials, eine gewisse Leichtigkeit und Zartheit aus. 

Gegenüber Eisen oder und Stahl – Materialien, mit denen Wakolbinger auch gut umgehen kann – bevorzugt er Kupfer, „weil es so fleischlich und sinnlich ist". Ihn fasziniert, dass das Kupfer an das Innere des Körpers erinnert oder auch an die rosafarbene Haut. Und natürlich hat es schöne Patina. Kupfer wird fleckig, die Zeit hinterlässt Spuren, schreibt sich in das Material ein.

Ein zentraler Wesenszug der Arbeiten ist, dass die Skulpturen mit dem Raum in einen Dialog treten. Sie besetzen den Ausstellungsort und verändern ihn, sie schmiegen sich an die Wand oder treten aus ihr heraus. Wir können uns den Werke durch verschiedene Blickpunkte (von oben, von der Seite) annähern und so ihre Körperlichkeit wahrnehmen und spüren. 

 

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Das dialogische Zusammenwirken von Objekt, Grafik, Malerei und Fotografie charakterisiert schließlich die Arbeiten von Gerhard Kaiser. „Mich interessiert die Kommunikation der Medien untereinander, innerhalb des Arbeitsprozesses“, betont der Künstler. Der multidisziplinäre Ansatz umfasst ganz unterschiedliche Medien und Materialien: Sieb- und Digitaldruck, Öl und Acryl, Leinwand und Plexiglas, Kunststoff und Diponplatte. Immer wieder gestaltet er mit Installationen den Raum, nimmt diesen in Besitz. Seine Arbeit unterliegt einem immerwährenden Prozess der Veränderung und künstlerische Richtungswechsel – stets vom Anspruch getragen, Grenzen künstlerischer Gattungen aufzuheben.

 

 

- Günther Oberhollenzer

 

 
- Franz Grabmayr 25. Juni - 11. Sept. 2016

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Geboren 19. April 1927 in Pfaffenberg Kärnten; † 8. Mai 2015 in Wien

Kaum einer, der sich der Suggestion der Bilder Grabmayrs entziehen kann. Alles ist Farbe. Deren Erscheinung sosehr wie deren Gewicht, deren Material wie deren koloristische Wirkung wird mit einer Konsequenz und Virtuosität in Einklang gebracht, der in internationalen Getrieben der Kunst einzig Eugène Leroy zur Seite zu stellen wäre. Dessen gespachtelte oder direkt aus der Tube aufgedrückte Farbreliefs sind einerseits die nächsten Verwandten zu Grabmayr, andererseits nimmt Leroy durch die koloristisch homogenen, zentimeterdick geschichteten und gehäufelten Bilder eine völlig andere Position ein als Grabmayr. Grabmayr nutzt bewusst die Farbverwerfungen, er spielt mit dem aus der Bewegung heraus resultierenden Überschlagen der Farbe, mit den Sensationen die aus Überlagerungen verschiedener Koloritschichten entstehen. Grabmayr weiß auch um die Schwerkraft seiner Farbe. Nichts gelungener als wenn einer aus dem Farbleib herausgerissenen Schlucht ein Klumpen Farbe gegenübersteht, der langsam, der Schwerkraft folgend, absackt bis er der Lava gleich erkaltet und stehenbleibt. Selten wurde in der österreichischen Kunst die Krise in der Repräsentation von Natur, die der Aufstand der Abstraktion gegen die Nachahmung ausgelöst hat, ungezügelter zum Fundament einer Malkultur. Selten wurde die Selbstreferenz von Farbe und Material zur überzeugenderen ultima ratio der Malerei.

Auszüge, Klaus Albrecht Schröder im Katalog zur Ausstellung Franz Grabmayr, Österreichische Galerie Belvedere, 2002 

 

-Borders - Adel Dauood/Osama Zatar 25. Juni - 11. Sept. 2016

„Borders“ betitelt Herwig Dunzendorfer, Direktor der Galerie Artemons Contemporary eine Ausstellung, die sich mit dem hochpolitischen Thema der Grenze und damit Aspekten des Eingesperrtseins und der Ausgrenzung widmet. Adel Dauood, geboren 1980 in Al-Hasakah, einer Stadt in Nordsyrien und Osama Zatar, geboren 1980 in Ramallah/Palästina, beide politische Flüchtlinge, präsentieren nicht nur eine junge Künstlergeneration aus Syrien und Palästina, sondern gleichzeitig auch eine Künstlergeneration, für die politische Konflikte, Krieg, Gewalt und Zerstörung Teil ihrer Sozialisation und Biographie sind.

Die Auseinandersetzung mit seiner Geschichte ist für Adel Dauood, der seit einigen Jahren auch in Wien lebt und arbeitet, wesentliches Thema seiner künstlerischen Arbeit als Maler und Zeichner (und war auch 2014 in der Ausstellung „Die Zukunft der Malerei im Museum Essl vertreten). „Die Malerei ist für mich eine Art rebellische Reaktion auf Schmerz und Grausamkeit“. Die Eindringlichkeit seiner in der Galerie Artemons Contemporary präsentierten, meist großformatigen Werke besticht nicht durch exzessive oder gar plakative Anklage, sondern durch einen nachdenklichen, erzählerischen Gestus im Spannungsfeld von figurativ und abstrakt. Wiewohl nachdrücklich und manchmal mit einem expressiven Farbton, besitzen die Werke eine Behutsamkeit, fast so, also ob damit auch die Zerbrechlichkeit des Lebens durch Gewalt und Krieg sichtbar werden soll. Verwundungen, Verletzungen und daraus resultierend Angst bestimmen die künstlerisch-malerische Haltung, die, oft fein nuancierend, den Blick des Betrachters führen. Im bildnerischen Ineinander von Malerei und Zeichnung intensiviert sich diese Haltung, insbesondere durch die fast embryonale Einbettung der menschlichen Figuren in einen Kokon von Linien und Malflächen. Die Skizzierung eines zerbrechlichen Menschenbildes ist Anliegen seiner Bilderwelten, die sich zutiefst aus seinen autobiographischen Erfahrungen gründen und hier wiederum durch die Ereignisse von Flucht, Vertreibung und damit verbunden von Heimatlosigkeit.  Die Arbeiten sind berührende Statements über die menschliche Sehnsucht nach Geborgenheit!

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Osama Zatar, 2008 bzw. 2015 mit eindrucksvollen Arbeiten in den Ausstellungen „Overlapping Voices“ im Museum Essl und „Schlawiener“ in Wien vertreten, arbeitet „bildhauerisch“ im Bereich der Objektkunst. Mit noch dramatischeren Kriegserfahrungen wie Dauood, verheiratet mit einer Israelin, ist der Krieg als Besetzung Palästinas mit all ihrem Gefängnischarakter (ständige Kontrollen, militärische Grenzen und Quasiinhaftiertsein) von Kindheit an prägend. „Mein persönlicher Kampf, um diese Grenzen niederzureißen und Palästina zu verlassen, hat mich dazu veranlasst, meine künstlerische Arbeit als Mittel der Kommunikation mit meiner Umgebung und als Sprachrohr gegen diese Mächte zu verwenden“, so der Künstler. Mit seinen eindrucksvollen Objekten wird jedoch nicht nur Krieg thematisiert, sondern viele jener Elemente, welche die Freiheit des Einzelnen minimalisieren oder gar eliminieren; ob Bürokratie oder physische Gewalt, immer arbeitet Zatar mit realen, alltäglichen Gegenständen, verschmilzt sie in oft dramatischer Weise mit dem menschlichen Körper oder bedient sich in Verbindung mit Alltagsobjekten symbolisierender Verfahren (Kreuzigung etwa). Wie überhaupt religiöse Aspekte gezwungener Weise höchst virulent in seinen Werken sind (so etwa mit der Skulptur eines Selbstmordattentäters). Dabei geht es auch um die Befragung okkzidentaler und orientaler Weltbilder und gegenseitiger Wahrnehmung. „Hatschi Bradschi“, der Kinderbuchklassiker von Franz Karl Ginzky von 1904 wird dabei ebenso ein Werktitel wie die aktuellen Ereignisse um den „Brexit“ (beide mixed media).  Immer wieder spielen Märchenerzählungen und ihre signifikanten Objekte eine konstitutive Rolle wie etwa der „Fliegende Teppich“ im Werk „Under the Carpet“ von 2016, ebenfalls mixed media. Seit spätestens dem „Fernöstlichen Diwan“  von Goethe entstehen Mythen des Eigenen und Fremden, die Europa geistes- und kulturgeschichtlich bis heute tangieren. Otmar Zatar versteht es in betroffen machender Weise, diese für seine künstlerischen Gegenwartsstatements immer wieder virulent zu machen und dabei aufzuzeigen, wie schnell etwas Positives in Zerstörerisches zu kippen vermag. Es sind Reflexionen über langjährige, reale Erfahrungen, Verdichtungen menschlicher Tragödien von zutiefst unmenschlichen Geschehnissen.

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Beide künstlerische Positionen vereint ein zutiefst humanes und damit auch globales Anliegen. Der künstlerische Diskurs kann nicht unmittelbar Wunden heilen, aber er vermag uns als Betrachter außerhalb unseres funktionalen Alltags zu sensibilisieren. Wir sollten dabei nicht vergessen, wie nahe die Ereignisse in Syrien und Palästina seit Jahrzehnten sind und dies auch jenseits der aktuellen Flüchtlingsströme.          

Dir. Mag. Carl Aigner Künstl. Leiter des Landesmuseums Niederösterreich 

 

-Jürgen Messensee - aktuelle Arbeiten 09. 04. – 12. 06. 2016 

 

Jürgen Messensee zählt zu den führenden Protagonisten seiner Generation und nimmt einen fixen Platz im Kontext der Malerei und Zeichnung in Österreich ein. 

1936 in Wien geboren



1955–60 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien 


Lebt und arbeitet in Wien, zahlreiche Ausstellungen im In und Ausland
Das Erkennen, das Wissen jenseits von Worten und Begrifflichkeiten ist eine der für den Künstler grundlegenden Aufgabenstellungen. Die Natur, deren Form und Inhalt, der Kampf zwischen diesen beiden miteinander ringenden Manifestationen von Existenz sind Schauplatz seiner Schöpfung. Und hier vor allem die menschliche Figur, die der Künstler in eine zeichenhafte Form mit deutlicher Tendenz zur expressiven Geste auflöst, auseinanderreißt und wieder zu sich selbst bringt 

Er erweitert Zeichnung und Malerei durch das Verfahren des Jetprints. Dabei geht es um Verschiebungen und Manipulationen der Wahrnehmung um sich zeitlosen wie essentiellen Fragestellungen zu nähern und diese zu visualisieren. 

Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek kommt zu der Erklärung, dass es bei Messensee „zu sehen gibt, was er tut“. Damit meint sie, dass man bei ihm alles sieht, was er getan hat. „Das ist nicht selbstverständlich in der Malerei“, präzisiert Jelinek, „denn meist sieht man: was da ist und nicht was getan worden ist.“ Messensees Bilder „äussern sich als das, was der Maler getan hat, vielleicht mehr noch, als das was der Maler ist, aber der ist ja eben genau das: was er getan hat!“ Die Bilder von Messensee funktionieren nicht als reine Abbildung, sondern als performative Werkzeuge des Erkennens. Was der Künstler tut, transformiert er in ein Bild. Jelinek: „Das Bild bleibt das Tun.“ Elfriede Jelinek: Jürgen Messensee: beste Arbeit!, 1998.

 

- POSITIONEN 09. 04. – 12. 06. 2016 

Adam Bota, Franz Braun, Adel Dauood, Oliver Dorfer, Franz Grabmayr, Anna Khodorkovskaya, Larissa Leverenz, Oswald Oberhuber, Jagannath Panda, Aditya Pande, Thomas Riess, Osama Zatar, Bernd Zimmer


2015

 

-Franziska Maderthaner 2.Oktober - 13. Dezember

Franziska Maderthaner kombiniert in ihren Bildern Abstraktion und gegenständliche Malerei in ihren beiden Extremen.

In ihren Gemälden verwebt sie auf unverwechselbare Weise Gegenständliches und abstrakt Expressionistisches.  Ihren Farbschüttungen  und radikalen Malgesten entwinden sich Körper, Stillleben und Objekte oder Szenen der Alltagskultur als selbstverständliche Weiterentwicklung und bewirken damit eine Art visuelles „Weiterdenken“. Die Abstraktion wird dabei zum Hintergrund, zum Thema, zum Zitat und viceversa. Maderthaners malerisches Oevre steht für ein Konglomerat aus Überschreitung und strenger Komposition, kanonischem Denken und spontanstem Aktionismus. 
Abstraktion und Gegenständlichkeit schließen sich in ihrer Kunst nicht aus, sondern ergänzen und stützen einander in vielfältigster Weise. Oft und gern verwendet sie dabei Zitate aus der Malereigeschichte. Wie im Bild – “Mama told me not to come”, in dem der Torso von Ferdinand Waldmüllers Mutter mit einer Meereswoge verschmilzt und auf die symbolische Gefahr von Überschreitungen jeglicher Art verweist. Oder Tiepolos Madonna, die samt allen Zutaten von Action painting und Arte Povera diese auf katholische und typisch österreichische Art beschwören will.  
Auch Caravaggio, Rubens oder andere Zitate von Barockmalern werden mit aktuellen Bildwelten durchmischt und wachsen aus den amorphen Farbwelten. Somit hebt und befreit Franziska Maderthaner durch ihre malerische Virtuosität Sujets der Vergangenheit und Gegenwart aus der Zeit. Wie nebenbei sprengt sie auf ihre unverwechselbare und ironische Art Fragen nach Gültigkeit und Qualität moderner Malerei. Somit steht ihr Werk singulär über allen Stilrichtungen und Moden.   

 

-INSIDE OUT 27. Juni - 20. September 

Olivier Hölzl/Larissa Leverenz/Thomas Riess

27. Juni - 20. September

Ausstellungsansicht: PDF

Olivier Hölzl, Larissa Leverenz und Thomas Riess wählen unterschiedliche Zugangsweisen um sich dieser Thematik anzunähern. Sowohl von der inhaltlichen Auseinandersetzung her als auch von den technischen Mitteln. Charakteristisch für Olivier Hölzls (LIVILs) Arbeiten ist die Kombination von Bild und Text, deren immanenten assoziativen Reichtum der Künstler nutzt. Den Bildern – in der Regel sind es Gruppenbilder, in denen der Einzelne im Verbund der Familie, des Unternehmens oder einer andersartigen sozialen Gemeinschaft aufgenommen wird – werden Begriffe und wie der Künstler es nennt „moderne Hieroglyphen“ zugewiesen. Dabei handelt es sich um Form-Fragmente, die aus den verwendeten Schablonen entnommen und vergrößert werden. Die aus diesen drei Komponenten entstehenden Wandarbeiten wecken den Eindruck, auf einer wissenschaftlichen Systematisierung zu basieren. Die Auflösung des menschlichen Denkens in Gegensatzpaare wie von Livil angedeutet erinnert dabei an die Methode von Levi Strauss das menschliche Denken zu entindividualisieren und anhand seiner Strukturen zu deuten. LIVILs in der Ausstellung bei Artemons Contemporary gezeigten grossformatigen Schablonenbilder wie etwa Koflach, Soldaten des Ersten Weltkriegs (275cm x 458cm) weisen wie Schatten aus einer anderen Welt auf die verblichenen Manifestationen des Ich inmitten von kollektiven Auslöschungsszenarien. 

Larissa Leverenz wiederum versucht in ihrer Kunst auf tragikomische Weise „eine Idee von Herkunft und Wesen unseres Selbst zu vermitteln“ Die Künstlerin malt und zeichnet, sie druckt und collagiert auf dünnen Holzplatten, die mit ihrer natürlichen Maserung und Struktur den Bildhintergrund ausmachen. Manchmal schnitzt sie in die Platten oder erweitert diese zu installativen Arbeiten im Raum – eine für uns außergewöhnliche, in dieser Form noch nie gesehene Bildsprache und ein geschicktes Verweben ganz unterschiedlicher künstlerische Techniken. Ihre Kompositionen erinnern an die Dramaturgie einer Bühnen Inszenierung. Die Künstlerin ist Spielleiterin und Regisseurin, doch es sind keine Geschichten, die sie zur Aufführung bringt, sondern Szenenbilder und Fragmente inmitten einer kalten Architektur und schemenhaften jedoch konkreten Landschaft.  So ist das Fragmentarische charakteristisch für Leverenzs Bildsprache. Und auch die Suche nach dem Selbst, dem Individuum kreist um eine nach aussen gekehrte innere Verlorenheit. 

Thomas Riess ist Sammler - ein Sammler von Bildern. Zahllose Abbildungen aus Zeitschriften und Prospekten, Zeitungen und alten Büchern finden sich in seinem Fundus. Sie sind Inspirationsquellen und Arbeitsmaterial, sowohl für seine malerischen als auch grafischen Werke. Seine Gemälde, seine Arbeiten mit Korrekturbandroller, seine Collagen und Filme erzählen Geschichten. Hauptakteure dieser Erzählungen sind die Zeit und der Raum. Eines seiner bevorzugten Motive sind Raumanzüge, also Oberflächen, Häute zwischen dem verletzlichen Individuum und dem überwältigenden feindlichen Raum. Nur bruchstückhaft schält sich die Existenz mit harten Strichen des Korrekturbandrollers aus dem ewigen Schwarz. Instabil erscheinen diese Manifestationen als ob sie gleich wieder verschwinden mögen und doch in diesem kurzen Aufschrei des Lebens der sich in diese Anzüge eingegraben hat steckt viel von dem was wir über das Wesen des Menschen intuitiv wahrnehmen können. Als ob die tiefe Nacht, der tiefe Schlaf Trost spenden kann in mitten des endlosen Gebärens und Sterbens. 

 

- Franz Grabmayr 10 April – 21 Juni 2015

Man hat Franz Grabmayr als Vorläufer, als „Vater“ oder - wie sie selbst sagen - als „Vorbild“ der „jungen Wilden“ gesehen. Oder auch laut Konrad Oberhuber, dem ehemaligen Direktor der Albertina, als Vorläufer des Aktionismus. Als Beispiele nannte er Grabmayrs Atelier-Happenings, die Traktorfahrten um das Motiv herum, das Bearbeiten von Bildern mit Erde, Feuer und Asche. Franz Grabmayr ist von Anfang an seinen eigenen Weg gegangen, hat sich keinen Moden, keinen Stilrichtungen angepasst, ist dem gefolgt, was sein innerstes Empfinden ausmacht. Er hat sich, nach ersten tastenden Schritten, voll ins Abenteuer Kunst gestürzt weil er nicht anders konnte, weil er seiner Berufung zum Maler einfach folgen musste. Der Erfolg - er ist heute ein etabliertes Mitglied der europäischen Kunstszene - hat sich eingestellt, weil er sich selbst seiner Herkunft, seiner geistigen Kraft treu geblieben ist.

 

- Prof. Oswald Oberhuber Ende des Weltraums 10 April – 21 Juni 2015

Oberhuber lernte zunächst von 1945 bis 1949 Bildhauerei an der Bundesgewerbeschule Innsbruck. Im Anschluss daran war Oberhuber an der Akademie der bildenden Künste in Wien Schüler von Fritz Wotruba und an der Akademie in Stuttgart von Willi Baumeister.

1972 war Oberhuber der österreichische Vertreter auf der Biennale von Venedig.
1964/65 war er künstlerischer Berater der Galerie nächst St. Stephan die er 1973 von Otto Mauer übernahm und bis 1978 leitete.
Oberhuber nahm 1977 an der documenta 6 und 1982 an der documenta 7 teil.
1973 wurde er zum Professor an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien berufen, der er bis zu seiner Emeritierung 1998 angehörte.
Von 1979 bis 1987 und von 1991 bis 1995, leitete er die Hochschule als Rektor.
Die Stuttgarter Akademie ernannte ihn 1982 zum Ehrenmitglied, 2004 zum Ehrensenator.

Auszeichnungen

1978 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst
1990 Tiroler Landespreis für Kunst
1990 Österreichischer Staatspreis
2004 Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse

- Alois Riedl 10 April – 21 Juni 2015
Das international anerkannte Werk Alois Riedls kennzeichnet heute eine souveräne ästhetische Bildsprache, bei welcher der Künstler präzise angelegte Bildgegenstände in einem einprägsamen Verhältnis zu meist monochrom behandelten Farbflächen stehen lässt. Riedls vorrangige Gegenstände als Inspirationsquellen seiner Bilder sind zerschlissene Sofas, benutze Fauteuils, klapprige Sessel. Details wie geschwungene Stuhllehnen, dicke Kissen, runde Sitzflächen erinnern in Riedls Malerei häufig noch an das vorgegebene Objekt. Der Rest ist Resultat eines intensiven freien malerischen Akts. Pinselspuren lässt der Künstler bewusst stehen. Zugleich deuten sie das Fragmentarische und Brüchige des Möbelstücks an - auch Spiegelbild der psychophysischen Konstitution der eigenen Befindlichkeit. Es dominiert zumeist die schwere dunkle Form, angereichert mit malerischem Konzentrat, einmal expressiver im Gestus angelegt, ein andermal beruhigt im monochromen opaken Dunkel der schwarzen Farbe.

(Florian Steininger)

 

Kunstsalon Linz        parallel        VF Banner 300x250px Animation
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inzer Kunstsalon 
18.-20. September
Larissa LeverenzFranziska Maderthaner, Jürgen Messensee
Parallel
23.-27- September
Osama Zatar
Viennafair
8.-11. Oktober

2014

 

-Karl Korab  19.September - 14. Dezember 

Karl Korab wurde 1937 im Waldviertel geboren. Als Kind erlebte er bewusst die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, die auch sein künstlerisches Schaffen bis heute beeinflussen. Von 1957 bis 1964 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Segirius Pauser. Ab 1969 experimentierte Korab mit verschiedenen Materialien wie Polyester, Druckgrafik, Sieb- druck und Lithografie. In seinen Bildkompositionen verwendet er auch natürliche Materialien wie Sand, Asche und Holz. Seine Hauptthemen sind das Stillleben, Landschaften, maskenhafte Köpfe und das Interieur. Karl Korab wurde mehrfach für seine im In- und Ausland präsentierten Arbeiten ausgezeichnet, unter anderem mit der Goldmedaille der III. Biennale in Bozen (1969), dem Kulturpreis des Landes Niederösterreich (1972) und dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Nieder- österreich (1997).

Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. Nationale und internationale Ausstellungstätigkeit, u. a. in Wien, Genf, Stockholm, London, Tokio, München, Brüssel, New York... 

 

-Adam Bota 13. April  17. August 2014 

Im gesamten Werk von Adam Bota versperren uns sich auflösende und manchmal zerlaufende Malstrukturen die Sicht auf eine konkrete Emotion und erschließen doch zugleich den wesentlichen Zugang ins Innenleben der Figuren, weil die geheimnisvolle Atmosphäre der eigentlich banalen Situation beginnt, sich in eine spannungsvolle und allgemeine zu verwandeln. Bota hält damit einen zeitgeistlich relevanten Zustand fest, ganz gleich, ob er die Ekstase in einem Club, den vereinsamten Stammgast eines nostalgischen Lokals oder eine nachgezeichnete, vergessene Familienszene thematisiert. Die Konzentration auf die Bildstruktur mit ihren wiederkehrenden Verlaufmustern, das Spiel mit Licht und Körper vereinheitlichen das Motiv im malerischen Prozess des Konservierens von Momenterfahrungen, dessen Gefühlswelt sich stets aus einer Melange von vergangenen und projizierten, dämmernden Emotionen speist. Denn, so die Botschaft des Malers, erst in der Dunkelheit und Versunkenheit, im Weltabseits kann sich der unbewusste Geist als ein entsprechendes, ins Abstrakte tendierendes Stimmungsbild vergegenwärtigen, entfalten und behaupten. So gesehen begegnet Adam Bota der kalten und banalen Rasterung der Welt mit einer selbstreferentiellen malerischen Qualität und einer düsteren, aber zugleichwarmen Farblichkeit. Jede seiner Szenen führt ein fragiles Eigenleben, der Beobachter beziehungsweise der Betrachter dringt nie wirklich zur Figur vor, sie entzieht sich stets, flieht gewissermaßen in die unzähligen, diffusen Schichten aus Öl. Genau wie auch der Raum sich nie als ein eindeutiger offenbart, sondern eher eine Zwischenwelt beherbergen könnte. Damit erweistsich Bota als ein stiller Beobachter und Vermittler der Mehrschichtigkeit der Wahrnehmung und der Ungreifbarkeit von Gedanken, die zeitlosen, fast unsichtbaren Gesetzten folgen. Auch wenn sie manchmal in eine melancholischgefärbte Dunkelheit führen und scheinbar nur dort zum Leben erweckt sind. 

Uwe Goldenstein (Kurator und Gründer des Künstlerkollektivs BSA. Berlin Selected Artists.)

 

 

-Manfred Hebenstreit 24. April 2014

 "Business & Art" in der Bank Austria


2013


-Hans Staudacher 08. Sept. - 15 Dez. 2013

Die jetzt bei Artemons Contemporary gezeigte Ausstellung mit Gemälden und graphischen Blättern vermittelt ausgewählte Streiflichter beziehungsweise kleinere Werkgruppen eines großen, außergewöhnlichen Lebenswerks. In seiner informellen expressiv-abstrakten Bestimmtheit ist es nicht nur charakteristisches Beispiel für eine der wichtigsten Stilrichtungen nach 1945, sondern auch konzentriertes nach vielen Seiten hin offenes Manifest für den Ideenreichtum und das grafische Temperament eines
Malers, in dessen Werkkanon formale Qualitäten ganz oben stehen.

Peter Baum (von 1973 – 2004 Direktor der Neuen Galerie der Stadt Linz bzw. Gründungsdirektor des Lentos Kunstmuseums, Kurator des Museums Liaunig Neuhaus / Suha )

 - Aditya Pande 19. April-18. August 2013

Aditya Pande's work mixes computer graphics with painting, drawing and collage, blurring the lines between techniques and imagery. Scribbled animals are rendered in a high-tech computer language and juxtaposed against buoyant forms and colors. Pande is also a partner in Tota Design, which specializes in product and graphic design, and his painterly work owes its freshness to his unorthodox approach and frame of references.

 

-Lorenz Estermann 24.April - 05.Juni 2013

Utopian architectural models have fascinated art lovers since ClaudeNicolas Ledoux’s vision of a spherical House for a Gardener or the fantasy landscapes of Giovanni Battista Piranesi. With their ideas in art, culture, science, and architecture, visionaries like Buckminster Fuller, Friedrich Kiesler, and Yona Friedman opened new perspectives, approaches, and possibilities for conceiving architectural living space in the twentieth century. Even if it was impossible to realize many of these plans for the most varied reasons—or indeed that was not the point—they nonetheless shaped the discourse of what was possible and apparently doable, and gave an outlook on new ways of life. These cross-disciplinary approaches were needed to offer a perspective that in the play between topos and utopia made possible new urban models and practices.

 Dieter Buchhart


 2012

 

- Special Project: 
Artemons Contemporary presents New Delhi-based multi-media artist Aditya Pande at the BRIC & BEYOND Conference 201220th Nov.  Austrian Federal Economic Chamber

Location: Austrian Federal Economic Chamber/Wirtschaftskammer Österreich | Foyer Oktago

- WARZONE - Probir Gupta, Jagannath Pamda, Aditya Pande, TV Santosh

Die Ausstellung War Zone widmet sich der Auseinandersetzung indischer Künstler mit Gewalt, Krieg, sozialen und politischen Spannungen auf globaler, regionaler,  jedoch auch auf  zutiefst persönlicher Ebene.

Nach dem, zu Beginn des 21 Jhdt. gestarteten Boom zeitgenössischer chinesischer Kunst, rücken nun vielerorts indische Positionen in den Mittelpunkt des Interesses. Tate Modern, Saatchi, das Maori Museum, das Art Institute of Chicago das  Lyon Museum of Modern Art - führende internationale Institutionen widmen sich in umfangreichen Gruppen und Einzelausstellungen der zeitgenössischen indischen Kunst, die in ihrer eigenständigen Qualität zunehmend auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der internationalen Sammlergemeinde auf sich zieht. Artemons Contemporary, ist es gelungen, in Kooperation mit „Nature Morte“ Berlin und „The Guild“ Mumbai einige der wichtigsten Positionen indischer Gegenwartskunst in einer hochaktuellen Thematik zusammenzuführen und für die österreichischen  Sammler und kunstinteressierten Besucher zugänglich zu machen

 

- Alois Riedl

 


2010-2011

 

Wolfgang Böhm, Franz Blass, Gerhard Brandl, Dietmar Brehm, Oliver Dorfer, Astrid Esslinger, Lorenz Estermann, Helmuth Gsöllpointner, Hauenschild/Ritter, Ingrid Kowarik, Hubert Lobnig, Maria Moser, Osamu Nakajima, Robert Oltay, Elisabeth Plank, Claus Prokop, Josef Ramaseder, Alois Riedl, Thomas Steiner, Wolfgang Stifter, Walter Vopava, Ewald Walser