31 D.J.Prelog Kopie 

1960 begann der Maler mit den charakteristisch gewordenen, vom Spätinformel ausgehenden, skripturalen Arbeiten: aneinandergereihte Zeilen vibrierender Striche reflektieren die Beziehung zwischen Bewegung und Statik, Prozeßhaftigkeit und meditativem Element. Mit diesen Arbeiten setzt seine über ein Jahrzehnt andauernde skripturale Werkphase ein. Anfang der 1970er- Jahre entwickelten sich dann die gegenständlichen „Bomben- und Explosionsbilder“, in denen die in der skripturalen Phase vorherrschenden Schriftzeichen immer stärker zurückgedrängt werden. Es folgten von Landkarten motivierte topographische Bilder sowie Bergbilder und die „Stephanstürme“, abgeleitet vom Motiv des Stephansdomes, entstehen. Ausgehend von Profil-Darstellungen gelangte er zu sogenannten ‚Umlaufbildern‘, bei denen sich der Künstler von allen vier für ihn gleichwertigen Seiten auf den auf einem Tisch liegenden Bildträger nähert, den Malgrund umläuft und Linien setzt. 1986 entwickelte er die „Prelografie“, eine Vervielfältigungstechnik, der die Verwendung von Schablonen zugrunde liegt. Mithilfe dieser entstand Prelogs vierter großer Werkabschnitt, die Haut- und Rindenbilder.

„Das Auffälligste an meiner Malerei ist die ausgeprägte Hinwendung zum Schriftzeichen. Die Beschäftigung mit der Schrift ist mein Hauptanliegen – egal ob es sich dabeium skripturale Arbeiten oder Umlaufbilder, die zu einem Zeichen geführt haben, handelt. Die Abwandlung dieser Arbeiten hat mich zu meinem eigenen Alphabet gebracht. Schrift ist mein Thema, meine Obsession. Ich kreise immer wieder um dieses Sujet, wandle es ab und finde immer wieder neue Formen.“

Drago J. Prelog