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Galerie Artemons Contemporary Wien 

Opernring 21, 1010 Wien

 

Bernd Zimmer

17. Mai - 06. Juli

Eröffnungsrede Berthold Ecker

Bernd Zimmer bei Artemons Contemporary Wien

 

Nach umfassenden Retrospektiven und Ausstellungen in 2018/19 wie etwa in der Neuen Galerie in Kassel, der Galerie Thomas Modern, München, im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Regensburg und im Fonds Hélène & Édouard Leclerc pour la Culture, Landerneau (FR) zeigt Bernd Zimmer in einer umfangreichen Werkschau sein aktuelles Werk in Wien.

 

Bernd Zimmer verkörpert ein Stück deutscher Kunstgeschichte. Er ist Gründungsmitglied der legendären Produzentengalerie am Moritzplatz im West-Berlin der zweiten Hälfte der 70er Jahre, deren weitere Vertreter - Rainer Fetting, Helmut Middendorf und Salomé - zu den Neuen Wilden zählen.

 

Bernd Zimmer ist im Verlauf seiner besonderen malerischen Entwicklung nicht nur ein präziser Beobachter geworden, sondern Mandant der Natur in ihrem umfassenden und tiefsten Sinn. Er resümiert, was Landschaftsmaler vorausgegangener Generationen in diesem Metier erreicht haben, er wendet diese Erfahrung ins Abstrakte, ins Kosmische, aber damit keineswegs ins Unverbindliche. Immer bleibt er, wie einst Monet, in unmittelbaren Kontakt zu einer Natur, die ihren großen, übergreifenden Sinn nicht verloren hat, die heute ein gefährdeter, und in weiten Teilen bereits zerstörter Lebensraum ist. Vor den Werken Bernd Zimmers steht der Betrachter wie vor der Natur selbst, ist berührt, ergriffen, in das Schauspiel der Genesis von Formen und Farben einbezogen und teilnehmend an einem ästhetischen Prozess, der wie die Natur abläuft, in Zyklen des Werdens und des Vergehens. Zimmers Lektionen über die Empfindlichkeit, aber auch Vergänglichkeit alles Natürlichen, sind nicht abstrakt, sondern stets verbunden mit einem grandiosen malerischen Plädoyer, das nicht nur die Landschaftsmalerei im 21. Jahrhundert neu positioniert, sondern die Wertigkeit der Natur insgesamt für die bildende Kunst der Gegenwart aktualisiert. Bernd Küster im Katalog „Bernd Zimmer“, Wienand Verlag, 2018

 

Naturbilder malt Zimmer seit mehr als 30 Jahren. Schon Anfang der Achtzigerjahre reüssierte er, noch als "Junger Wilder" in Berlin lebend, mit üppigen Gebirgslandschaften in intensiver Farbigkeit. Seine Inspirationen holt er sich oft auf Reisen in ferne Länder. Ob stille Pflanzenspiegelungen in imaginären Altwasserarmen eines Flusses, ob wucherndes Dschungelgrün oder in Kaskaden herabstürzendes Wasser, ob sanfte Dünen vor niedrigen Horizonten, explosive Eruptionen oder kosmologische Sternenkonstellationen - Zimmer balanciert haarscharf an der Kante zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.

 

Dass er seinerzeit Philosophie und Religionswissenschaften studiert hat, wirkt in seinem anhaltenden Interesse an existenziellen Fragestellungen nach. "Ich will das Privileg unseres Daseins verstehen - oder zumindest erahnen", sagt er in einem Gespräch mit Walter Grasskamp 2018.              

 


 
Frühlingssaison im Artemons Oberösterreich

 

Brigitte Bruckner-Mikl 

Bruckner Mikl

Brigitte Bruckner-Mikl lässt sich in kein Genre pressen. In ihrer geistigen Haltung und dem immer wiederkehrenden Aufgreifen eines Motives, dem neuerlichen Erfassen in unterschiedlichen Lichtstimmungen ist man aber verführt, an den französischen Künstler Paul Cézanne und seine aberzähligen Darstellungen des Mont Sainte-Victoire und seine Stillleben zu denken.

Beiden Künstlern ist das oftmalige Erarbeiten eines Sujets eigen und somit steht die Künstlerin in einer großen Tradition, die sie sich jedoch völlig zu eigen macht und mit einer malerischen Leichtigkeit, die sogar manches Mal in Richtung Abstraktion tendiert, kontert.

Sie ist eine Malerin, deren Sichtweisen oft an gemalte Poesie denken lassen und die uns als Betrachter mit lyrischen Aphorismen auch auf dieser gedanklichen Ebene berührt und teilhaben lässt. 

  

Adel Dauood

4. Acrylic on canvas 150 x 150 cm 2017

Adel Dauood wurde 1980 in Al-Hasakah in Syrien geboren und studierte in Damaskus. Erste große Aufmerksamkeit in Östereich erziele er anlässlich der von Günther Oberhollenzer kurierten Ausstellung „Zur Zukunft der Malerei“ im Essl Museum 2014. 2020 wird ihm, anlässlich des zwanzig- jährigen Bestehens des von Gerhard Roth gegründeten Greith Hauses in der Steiermark, eine große Ausstellung gewidmet. Ausstellungen in Florida, Türkei, Armenien, Amman, Jordanien, Syrien, Deutschland, Dänemark, Dubai, Libanon und Schweden. Seine Arbeiten finden sich unter anderem im British Museum.


Auswahl Pressereviews:
"Thomas Reinhold zur Geometrie des Amorphen Artemons Contemporary" artinwords.de
"Artemons Contemporary eröffnet mit Thomas Reinhold neue Galerie in Wien" artinwords.de
"Farbgewitter zwischen Freiheit und Strenge" - derStandard
"Netze und Schüttungen" - Kronenzeitung
"Das Mühlviertler Artemons lädt neuerdings auch nach Wien" - OÖN
"Thomas Reinhold - Geometrie des Amorphen" - Parnass

 
Grabmayrzimmer

Franz Grabmayr (1927-2015) ist einer der bedeutendsten österreichischen Maler seiner Epoche und wird von vielen weit bekannteren Künstlerkollegen über alle Maßen geschätzt. Es handelt sich um einen Maler, der mehrere Malergenerationen ebenso untergründig wie intensiv inspirierte, sich selbst aber bewusst vom Kunstbetrieb fernhielt. Was nach seinem Tod bleibt, ist sein umfassendes und in seiner Energiegeladenheit singuläres Werk. Anläßlich des 90. Jahrestags seiner Geburt findet von März bis Oktober im Museum Angerlehner, eine umfassende Retrospektive statt, die das Werk als solches in seiner Bedeutung sichtbar macht. Kuratiert wird die Ausstellung von Robert Fleck und Caro Wiesauer.

Kaum einer, der sich der Suggestion der Bilder Grabmayrs entziehen kann. Alles ist Farbe. Deren Erscheinung sosehr wie deren Gewicht, deren Material wie deren koloristische Wirkung wird mit einer Konsequenz und Virtuosität in Einklang gebracht, der in internationalen Getrieben der Kunst einzig Eugène Leroy zur Seite zu stellen wäre. Dessen gespachtelte oder direkt aus der Tube auf- gedrückte Farbreliefs sind einerseits die nächsten Verwandten zu Grabmayr, andererseits nimmt Leroy durch die koloristisch homogenen, zentimeterdick geschichteten und gehäufelten Bilder eine völlig andere Position ein als Grabmayr. Grabmayr nutzt bewusst die Farbverwerfungen, er spielt mit dem aus der Bewegung heraus resultierenden Überschlagen der Farbe, mit den Sensationen die aus Überlagerungen verschiedener Koloritschichten entstehen. Grabmayr weiß auch um die Schwerkraft seiner Farbe. Nichts gelungener als wenn einer aus dem Farbleib herausgerissenen Schlucht ein Klumpen Farbe gegenübersteht, der langsam, der Schwerkraft folgend, absackt bis er der Lava gleich erkaltet und stehenbleibt. Bei Leroy trägt sich das Drama der Farbe immer erst aus allernächster Nähe betrachtet zu. Man muss bei dem Franzosen die Farbe riechen können, um Ihr Leben angemessen zu sehen. Demgegenüber sind Grabmayrs Bilder sowohl nah als auch fernsichtig. Aufregend im Detail wie im Überblick. Selten wurde in der österreichischen Kunst die Krise in der Repräsentation von Natur, die der Aufstand der Abstraktion gegen die Nachahmung ausgelöst hat, ungezügelter zum Fundament einer Malkultur. Selten wurde die Selbstreferenz von Farbe und Material zur überzeugenderen ultima ratio der Malerei. Auszug, Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder - Direktor der Albertina Wien , Katalog zur Ausstellung Franz Grabmayr, Österreichische Galerie Belvedere, 2002


 

 

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